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Sintflut | Sintflut |
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| Geschrieben von Josef Holtkotte | |
| Mittwoch, 24. Februar 2010 | |
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Wort zum Sonntag, Westfalen-Blatt, 28. Februar 2010 Im ersten Buch der heiligen Schrift, dem Buch Genesis, steht die bekannte Erzählung von der Sintflut. Kann uns diese Geschichte hilfreich sein für die Zeit vor Ostern, für die Fastenzeit? Die Fastenzeit nennen wir auch eine Zeit der Umkehr. Wir wollen uns wegwenden von allem, was dem Sinn des Lebens widerspricht. Wir wollen Streit und Lieblosigkeit aus unserem Leben heraushalten. Wir wollen umkehren, das heißt: wir wollen uns hinwenden zu Gott, - aber wir tun uns so schwer. Wir wissen oft nicht was „Umkehr“ wirklich meint. Was bedeutet „Änderung meines Lebens“? Was heißt „Hinwendung zu Gott“? Schauen wir nun in das Umfeld der Geschichte aus dem Buch Genesis, einer Geschichte von Gott und Mensch. Gott hat die Welt und die Menschen erschaffen. Er hat sie gut erschaffen. Aber die Menschen gehen schlecht miteinander um. Sie wenden sich von Gott ab. Nur Noah und seine Familie bleiben gut. Sie beteiligen sich nicht am Streit, an der Tötung von Menschen. So lässt Gott die Sintflut kommen, die Menschen sterben. Nur Noah und seine Familie können sich in die Arche retten mit den Tieren, die sie mitgenommen haben. Spätestens an dieser Stelle denken wir vielleicht: Was für eine seltsame Geschichte, was für ein grausamer Gott der hier handelt. – Oder schauen wir vielleicht aus einem falschen Blickwinkel heraus? - Was will diese Geschichte eigentlich erzählen? Wenn wir weiterlesen, offenbart sich der tiefe Sinn dieser Geschichte, denn Gott verspricht dem Noah nie mehr eine Flut zu schicken, die alles vernichtet und Gott macht mit Noah einen neuen Anfang. Er schließt mit ihm einen Bund. Er verspricht: ich werde immer zu dir halten, ich werde dir treu sein. Damit die Menschen immer wieder an diesen Bund Gottes mit den Menschen erinnert werden, schenkt Gott Noah ein Zeichen, an welchem er und seine Familie erkennen sollen, dass Gott im Bund mit den Menschen steht, dass er ein Bundes-Gott, ein Helfer-Gott, ein naher Gott ist. Gott schenkt den Regenbogen. „Das ist das Zeichen des Bundes zwischen mir und euch“, so sagt Gott. Ein Symbol also für die Nähe zwischen Gott und Mensch. Der Regenbogen ist ein Bild für den Bund Gottes mit uns Menschen. Wir sind Gott soviel wert, dass wir seine Bundesgenossen werden. Was heißt das für unser Leben in dieser Fastenzeit? Vielleicht, dass Menschen sich verbünden und in Not zueinander stehen; dass Gott treu bleibt, auch wenn wir uns von ihm abwenden; dass wir uns immer wieder auf den Weg zu den anderen Menschen machen sollen.
Dieses Bild vom Regenbogen steht über unserem Leben. In gewisser
Hinsicht auch als Zeitansage. Im Anfang berührt er den Lebensbeginn des
Menschen und am Ende schließt sich im Tod des Menschen der Bogen. Gott
begleitet unser Leben und er schenkt uns nach dem Bund auf Erden in der
Zeit den Bund im Himmel, in der Ewigkeit. Auf diesem Bogen von der Zeit
in die Ewigkeit, da gestalten wir unser Leben. Da spüren wir Gottes
Bund. Da spüren wir seine Zuneigung und da spüren wir gerade in unserer
Zeit, dass wir herausgefordert sind durch viele Fragen und Ereignisse.
Durch viel Orientierungslosigkeit, Oberflächlichkeit und Unwissenheit.
Die Menschen unserer Zeit haben Sehnsucht nach Gott. Sie haben
Sehnsucht nach dem Bund mit Gott.
Josef Holtkotte
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