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| Geschrieben von Josef Holtkotte | |
| Montag, 7. Juni 2010 | |
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Wort zum Sonntag, Westfalen-Blatt, 22. Mai 2010 Pfingsten - Fest des Hl. Geistes. Was bedeutet das? Wie stellen wir uns den Heiligen Geist vor? Die Bibel spricht in vielen Bildern vom Heiligen Geist, um unsere Phantasie anzuregen und unser Herz anzurühren. Bilder wie Sturm, Feuer oder Wasser deuten das Wesen und das Wirken des Heiligen Geistes, des Geistes Gottes. Lassen wir diese Bilder kurz sprechen: „Sturm" ist der Heilige Geist. Das heißt: Er weht, wo und wie er will. Niemand hat ihn für sich allein gepachtet und kann ihn an sich binden. Er ist Kraft und Leben der Kirche und des einzelnen Christen. Alles, was in gute Bewegung kommt in der Gemeinde, in unserem Leben, ist von ihm bewegt. „Feuer" ist der Heilige Geist. Wärmendes Feuer, das die Atmosphäre, in der wir leben, durch Güte und Herzlichkeit prägt; klärendes Feuer der Wahrheit, das uns für Christus und sein Evangelium gewinnen will; Feuer, das alle Halbheit, Lauheit und alle Unentschiedenheit erleuchtet. „Wasser" ist der Heilige Geist. Ohne Wasser kein Leben, keine Sauberkeit, keine Frische. Die Wüste ist der Inbegriff der Dürre, des Unfruchtbaren. Aber wenn Wasser auf sie niederströmt, bringt sie Lebensfülle hervor. Diese Bilder vom Heiligen Geist sagen uns: Ohne den Heiligen Geist geht nichts in unserem Leben und im Leben der Kirche. Seit der Taufe lebt dieser Heilige Geist in uns. Nicht wie in einer vorübergehenden Ferien-wohnung, sondern wie in einem Hauptwohnsitz. Jeder Christ ist wie eine Kirche, die den Namen „Heiliger Geist" trägt. Jeder Christ ist voll des Heiligen Geistes. Unsere Lebenszeit ist Zeit des Heiligen Geistes. Allzeit lebt er in uns. Der Geist Gottes ist der eigentliche Hausherr, der uns immer wieder aus unserer Bequemlichkeit aufscheuchen und die verschlossenen Türen unserer Selbstzufriedenheit aufsprengen möchte. Der Heilige Geist in uns will durch uns wirken. Er will unsere kleine Umwelt, in der wir leben, menschlicher und christlicher gestalten. Vielleicht wirkt der Heilige Geist durch uns, wenn wir z.B. Ratlosen zuhören, Traurige trösten, Mutlose mit einem guten Wort ermutigen, wenn wir eine Arbeit tun, die niemand tun mag, auch wenn wir dafür keinen Dank ernten; wenn wir unseren Glauben leben und auch bezeugen; wenn wir unsere eigenen Sorgen und Probleme nicht so wichtig nehmen, weil ein Dienst für andere uns ganz in Anspruch nimmt; wenn wir mithelfen und persönliche Interessen zurückstellen.
Diesen Geist Gottes feiern wir im
Pfingstfest. Einen Geist, der unser Leben bereichert, unser Miteinander stärkt.
Menschen wagen ihr Leben - in der Kraft des Geistes. Sie wagen die Ehrlichkeit, die Treue, die Ehrfurcht voreinander; sie wagen Kirche zu sein; sie wagen den Weg des Glaubens im Alltag zu gehen. Wichtig ist, dass wir uns für den Heiligen Geist öffnen. Er ist da, und er kann doch nur ankommen, wenn wir für ihn offen sind. Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes kann uns dies bewusst machen. Lassen wir uns stärken und ermutigen durch den Geist Gottes. Dies ist Kraft für ein Leben aus dem Glauben. Christus lebt und sein Geist ist mitten unter uns, in unserer Welt. Gott sei Dank.
Josef Holtkotte
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