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Mitten im Leben – Tod! Drucken E-Mail
Geschrieben von Klaus Junghans   
Samstag, 31. Juli 2010
Wort zum Sonntag, Lippische Landeszeitung 31.07.10

Mitten im Tod – Leben!

Die Angehörigen von zwanzig jungen Menschen mussten am vergangenen Samstag bitter und sehr schmerzlich erfahren: mitten im (jungen) Leben sind wir vom Tod umfangen. Mitten im Leben – auf der Loveparade – kamen ihre Kinder zu Tode!

Und wir alle an den Fernsehschirmen mussten erkennen: der Tod kann uns mitten im Leben treffen, auch unter einer Brücke am alten Güterbahnhof in Duisburg.

Wieder stellt sich die alte Frage, die sich der Mensch seit Menschheitsgedenken stellt: WARUM? Warum gerade meine Tochter? Warum gerade mein Freund?
„Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“. schrieb einst Martin Luther. Was gibt uns angesichts dieses Schreckens Hoffnung, was gibt uns (neuen) Lebensmut, wenn uns vor Augen geführt wird: wir haben die Abgründe des Lebens nicht in der Hand und der Tod ist kein Freund des Lebens! „Hinab gestiegen in das Reich des Todes“ sprechen wir im Glaubensbekenntnis und meinen damit Jesus Christus, der bis in die tiefsten Tiefen unseres Lebens mitgeht, ja, hinabsteigt! Hinab gestiegen ist er – da bin ich mir sicher – auch in den Tunnel von Duisburg! Er war bei den Toten, bei den Angehörigen und bei den Rettungskräften. Unser Gott ist hinab gestiegen in das Reich des Todes, um uns Hoffnung zu geben, neuen Lebensmut. Und wer Schicksalsschläge erleben musste, der wird wissen, wie wichtig es ist, dass einer bei uns ist, der sagte: Ich bin da!
Und das ist der alttestamentliche Name unseres Gottes: Ich bin der „Ich bin da“. Und Gott war da: mit denen, die geholfen haben, die retten wollten, die mit kleinen und großen Gesten und Taten Hilfestellung gaben! Die jetzt da sind für die Familien und Angehörigen. Singen wir doch in einem katholischen Kirchenlied von Gott: „Verborgen ist er da, in menschlichen Gebärden bleibt er den Menschen nah.“
Bleiben wir den Menschen nah, die jetzt soviel erleiden müssen, damit sie auch spüren können: mitten im Tod sind wir vom LEBEN umfangen.

klausjunghans

Klaus Junghans
Gemeindereferent im Pastoralverbund Lemgo-Nordlippe 

 
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