Mensch, bist du noch zu retten?

crossofashes by jennifer balaska cc0 gemeinfrei wikimedia pfarrbriefserviceWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 4. März 2017

Gerade war Aschermittwoch - trotzdem darf man noch schmunzeln: Straßenarbeiten in München.

 Die Preßluftramme fährt immer wieder donnernd nieder. Ein Touristenpaar aus dem Norden schaut zu. Er geht auf einen Arbeiter zu: „Was gibt das hier?“ – „Ramma damma!“ (Rammen tun wir!). Unverständnis. Er fragt einen zweiten: „Was machen Sie?“ Gleiche Antwort: „Ramma damma!“. Der Fremde, ohne Erkenntnisgewinn geblieben, fragt den Vorarbeiter. Der antwortet: „Joa, ramma dan’s halt!“ (Ja, rammen tun sie eben!“). Die Frau fragt ihren Mann: „Na - und: was passiert hier?“ - Er: “Hier weiß keiner Bescheid. Aber es sind alles Muslime - im Ramadan.“ - In Bielefeld könnten vermutlich heute auch mehr Menschen erklären, was „Ramadan“ ist,  als was (katholische) Christen mit „Fastenzeit“, „österliche Bußzeit“ oder „Passionszeit“ meinen. Immerhin hält sich der Aschermittwoch noch hartnäckig als Stichwort in den (Papier-) Kalendern. Ich bin jedes Jahr neu überrascht, wie viele Gottesdienstbesucher auch noch am Sonntag danach das Angebot wahrnehmen, sich ein Kreuz aus gesegneter Asche auf die Stirn zeichnen zu lassen. – Das liegt vielleicht daran, daß auch in unserer Zeit eindrücklich erlebbar ist, daß alles zu Asche werden bzw. von einem Moment auf den anderen unwiederbringlich verloren sein kann: sei es das fehlkonstruierte Handy, dessen Akkus sich entzünden; sei es „bloß“ der x-te Einsatz im Spielautomaten, ein Erdbeben, ein Erdeinbruch oder eine Lawine; sei es der plötzlich Tod eines Menschen oder ein Auto-Totalschaden wegen plötzlichen Eisregens. Schluß. Aus. Ende-Gelände. –
Christen und viele andere nutzen die Zeit vor Ostern, um nicht nur theoretisch, „akademisch“, rein gedanklich  einmal innezuhalten und das eigene Leben anzuschauen, sondern sie setzen einen besonderen, religiös motivierten Akzent. Dabei geht es ihnen in erster Linie nicht um abspecken, wellnessen, körperreinigen, sondern vor allem um eine Neuausrichtung: Wohin geht’s mit mir? Mit wem gehe ich? Geht in meinem Leben Gott mit? Wie und wo ist das zu spüren? Gehe ich mit ihm? Auf andere zu? Man könnte diese Zeit auch ganz einfach so charakterisieren: Anstelle andere zu fragen, „Wie geht’s?“ frage ich mich mal selbst in den verschiedenen Lebensbereichen: Wie geht’s mir? Und wenn Jesus mein Zeitgenosse wäre: Was würde er mir bestätigen? Wo würde er mir zu einer anderen Lebenshaltung verhelfen?
In den katholischen Gottesdiensten am Sonntag läßt der Apostel Paulus Gott zu Wort kommen. Er schreibt an die Gemeinde in Korinth: „Zur Zeit der Gnade erhöre ich dich, am Tag der Rettung helfe ich dir. Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung. – Das heißt für mich auch für heute: Mensch, bist du noch zu retten? Ganz entschieden: JA!
Einen guten Sonntag wünscht Ihnen        
Pfarrer Bernhard Brackhane

 

 Pfarrer Bernhard Brackhane, Foto Westfalen Blatt

 

Bildquelle: Pfarrbriefservice © Jennifer Balaska / cc0 – gemeinfrei   

 

 

Bernhard Brackhane
Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes Bielefeld-Ost

 

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