Für wen halten die Leute mich?

11769 dsc03493 by johannes simon pfarrbriefserviceWort zum Sonntag, Westfalen Blatt, 10. Juni 2017

Wahrscheinlich kennen Sie die Situation: Das Telefon klingelt und eine freundliche Stimme fragt Sie, ob Sie ein paar Minuten Zeit haben für eine Umfrage.

Da gibt es für Sie nur zwei Möglichkeiten: Sie legen gleich auf und merken sich die angezeigte Nummer, um beim nächsten Mal gar nicht erst ranzugehen, oder Sie willigen ein und werden über unterschiedlichste Dinge befragt.
Umfragen sind für ganz verschiedene Bereiche wichtig. Ein Unternehmen will wissen, wie seine Produkte ankommen und wo vielleicht Verbesserungen notwendig sind. Für Fernseh- und Hörfunksender ist es wichtig zu wissen, wie eine Sendung gefällt. Politiker erfahren durch Umfragen die allgemeine Stimmungslage, was vor allem vor Wahlen zu interessanten Reaktionen führt. Nicht immer bewahren Umfragen auch vor Überraschungen, wenn die ein oder andere Wahl anders als vermutet ausgeht…
Auch von Jesus Christus ist überliefert, dass er so etwas wie eine Umfrage gemacht hat. „Für wen halten die Leute den Menschensohn?“ Für wen halten die Leute mich? Hat er seine Jünger gefragt. Eine mutige und interessante Frage. Dabei geht es Jesus natürlich nicht darum, seine Ziele dem Wunsch und Willen der Leute anzupassen. Aber es ist für Jesus wichtig, zu wissen, wie er gesehen wird, und ob seine Botschaft ankommt. Nur dann kann sein Erlösungswerk verstanden werden, wenn den Leuten klar und deutlich ist, dass Jesus der Sohn Gottes ist. Zum anderen wollte er damit aber auch seine Jünger zum Nachdenken anregen. „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ So fragt er sie damals und heute uns. Was bedeutet Jesus für mich? Habe ich wirklich für mich begriffen, was Jesus für mich ist und welche Bedeutung er für mein Leben hat?
Es ist mehr als eine Umfrage über ein Produkt oder eine Politik. Es sind die entscheidenden Fragen unseres Lebens. Es sind Fragen, an denen wir uns nicht vorbeimogeln können, indem wir den Telefonhörer auf die Gabel werfen. Vielleicht kommen wir nicht gleich wie damals der Petrus, einer von den Jüngern Jesu, zu der Antwort: „Du bist der Messias.“ Du bist der Retter, der Erlöser. Aber jede Antwort, die wir zu geben versuchen, ist ein Schritt auf dem Weg zu einem neuen und erlösten Leben.Nacke Norbert, Foto Westfalen Blatt

 

Norbert Nacke
Pfarrer und Leiter des Pastoralverbundes Bielefeld-Mitte-Nord-West

 

 

Bildquelle: Pfarrbriefservice © Johannes Simon

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