Wo zwei oder drei versammelt sind
„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ – Matthäus 18,20
Gemeinschaft ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis. Wir sehnen uns nach Zugehörigkeit, nach Verbindung, nach Momenten, die wir nicht allein erleben müssen.
Festivals sind Ausdruck genau dieser Sehnsucht: Menschen kommen zusammen, um zu feiern, loszulassen, sich lebendig zu fühlen. Für viele sind das Momente intensiver Gemeinschaft — laut, bunt, emotional.
Genau das durfte ich letzte Woche auf einem Festival in der Nähe von Kassel erleben. Seniorenheime ziehen durch volle Straßen mit Fähnchen, auf denen steht „Feiern hat kein Alter“. Konzerte werden unterbrochen, weil eine Person sich verletzt und auf jeden einzelnen Menschen absolute Rücksicht genommen wird. Eine Frau im Rollstuhl beim Crowdsurfing, indem sie in ihrem Rollstuhl über die Menschenmenge getragen wird. Gruppen aller Altersstrukturen, unterschiedlichsten Einstellungen und Aussehen feiern friedlich zusammen.
Auf einem Festival steht oft das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund: Musik, Freude, Ausbruch aus dem Alltag. Es ist eine Gemeinschaft auf Zeit.
Aber was unterscheidet diese Festivalgemeinschaft von der Gemeinschaft, die wir als Christen erleben?
In der christlichen Gemeinschaft geht es nicht um das Erlebnis, sondern um die Beziehungen – untereinander und zu Gott.
Diese Gemeinschaft lebt von der Liebe, der Vergebung, dem gemeinsamen Glauben und dem Gebet. Hier wird nicht nur gefeiert, sondern auch getragen, ermutigt, aufgebaut.
Es ist eine tiefere Verbundenheit, die nicht auf Unterhaltung beruht, sondern auf dem, was bleibt: Jesus Christus.
Während ein Festival uns für einen Moment aus dem Alltag holt, verändert Gemeinschaft mit Gott den Alltag selbst. Sie schenkt Halt, wenn das Leben schwierig wird. Sie gibt Hoffnung, wenn alles andere vergeht.
Und sie trägt auch dann noch, wenn der letzte Ton verklungen ist.
Autorin: Adina Hollenhorst