© Kozyr/Shutterstock.com
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Wort zum Sonntag

In regelmäßigen Abständen schreiben ehrenamtlich und hauptberuflich Mitarbeitende aus dem Dekanat für die Presse in Bielefeld und Lippe ein "Wort zum Sonntag". Den aktuellen und zuletzt erschienenen Beitrag finden Sie hier.

... in Bielefeld

Mit leichtem Gepäck

Die Urlaubs- und Sommerferienzeit neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu.
Die mit viel Vorfreude gepackten Koffer sind wieder ausgepackt und die alltäglichen To-Dos, Arbeit und Schule klopfen bereits an die Tür.

Ganz schnell stecken wir wieder in dem Trott, aus dem wir durch den Urlaub flüchten wollten. Es fühlt sich an wie ein Hamsterrad, das sich wieder von vorne zu drehen beginnt und die Erholung ist wie weggeblasen, bis der nächste Urlaub ansteht. „Der Alltag hat mich wieder“ oder „Mein Stresslevel ist wieder genauso hoch wie vorher“ oder „Es ist, als wäre ich nie weg gewesen“ sind häufige Antworten des Umfelds, wenn man fragt, wie der Urlaub war und ob sie gut zurückgekommen sind.

Warum fällt es uns so schwer, mit „leichtem Gepäck“ zurück in den Alltag zu kehren und die Erholung des Urlaubs mitzunehmen? Sorgen und Probleme verschwinden schließlich nicht einfach, wenn wir in den Urlaub fahren. Wir nehmen sie still und leise mit, aber die Auszeit scheint ein Ventil zu sein, alles einmal gut sein und Sorgen und Probleme hinter sich zu lassen.

Was, wenn wir das „schwere Gepäck“ des Alltags auch ohne Urlaub mal abgeben könnten?

Genau hier kommt Gott ins Spiel. In 1. Petrus 5,7 steht „All’ eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“

Gott kann uns helfen, ein Ventil für den Alltagsstress, Sorgen und Probleme zu finden, ohne dass wir dafür jedes Mal in den Urlaub fahren müssen. Wir können den Vers als Ermutigung verstehen, denn es ist ein Zuspruch Gottes, dass wir nicht alles allein tragen müssen. Wir dürfen unsere Lasten bei Gott ablegen, ihm davon erzählen und uns sicher sein, dass er für uns sorgt. Vielleicht können wir es als eine Art „Urlaub bei Gott“ verstehen, wenn wir uns im Alltag bewusst Zeit für ihn nehmen, beten, zur Ruhe kommen und ihm anvertrauen, was uns belastet. Das bedeutet nicht, dass dann ganz plötzlich alle Probleme verschwinden, aber es heißt, dass wir Sorgen und Probleme nicht allein tragen müssen und mitten im Alltag mal innehalten und Pause machen dürfen.

Und es bedeutet auch nicht, dass sich To-Dos und Termine auf einmal in Luft auflösen, aber wir dürfen Kraft tanken.

Vielleicht müssen wir also gar nicht auf den nächsten Urlaub warten, um das „schwere Gepäck“ abzugeben, sondern dürfen es mitten im Alltag immer mal wieder bei Gott abstellen, wenn alles zu viel wird, denn er sorgt für uns.

Autorin: Hanna Hartmann

... in Lippe

Nicht aufgeben. 

Als ich meinen Nichten und Neffen beim Spielen mit einem Tretroller zusah, brach nach kurzer Zeit ein Streit unter ihnen aus. Sie wollten nicht miteinander teilen, bis meine Nichte Regeln aufgestellt hat.
Alle Kinder durften dem Alter nach zwei Minuten fahren, die Zeit wurde gestoppt. Ich war beeindruckt, dass sie den Konflikt selbst gelöst und sich alle an die Vereinbarung gehalten haben.

In Mt.18,3 fordert uns Jesus auf wie Kinder zu sein.

Für mich bedeutet das vor allem bescheiden und ohne Vorurteile zu leben, aber auch hier konnte ich mir die Kleinsten zum Vorbild nehmen.
Ganz fremd ist das vermutlich für niemanden. In einem schlechten Augenblick folgt ein Wort auf das nächste und am Ende wurde viel gesagt aber nicht miteinander gesprochen.
Ein Großteil dieser Konflikte lässt sich untereinander lösen.

Es gibt aber auch Situationen, in denen es nicht mehr nur um Meinungsverschiedenheiten geht, sondern um Erniedrigungen und Ausgrenzungen, verursacht durch ein vermeintliches Gefühl von Überlegenheit. In solchen Momenten ist es wichtig, dass Menschen den Mut haben einzugreifen und Betroffenen zur Seite zu stehen.

Auch solche Konflikte können gelöst werden, wenn die Täter einsichtig sind und ihre Ideologie ablegen.
Vom Saulus zum Paulus, ein neuer Blick auf meinen Nächsten erfüllt mit Liebe, nicht mit Hass. So kann Gott in uns wirken.

Wichtig ist, dass wir einander nicht aufgeben und im Rahmen unserer Möglichkeiten alles tun, damit Friede einkehrt. Vielleicht hilft es, wenn wir mit dem Verantwortungsbewusstsein eines Erwachsenen auch immer ein wenig Kind bleiben.

Denn kein Kind wird mit Hass im Herzen geboren, sie sind lernwillig, unvoreingenommen und bereit zu vergeben.

Autorin: Inga Haukambe