© Kozyr/Shutterstock.com
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Wort zum Sonntag

In regelmäßigen Abständen schreiben ehrenamtlich und hauptberuflich Mitarbeitende aus dem Dekanat für die Presse in Bielefeld und Lippe ein "Wort zum Sonntag". Den aktuellen und zuletzt erschienenen Beitrag finden Sie hier.

... in Bielefeld

Spieleabend

Gestern war unser monatlicher Spieleabend.
Einmal im Monat treffe ich mich mit 3 Freundinnen zum Spielen. Der Ablauf dieser Abende ist immer gleich: Wir treffen uns jedes Mal bei einer anderen Freundin zuhause. Jede bringt etwas zum gemeinsamen Essen mit. Wir essen die liebevoll zubereiteten Kleinigkeiten und tauschen uns aus, was im Leben der Einzelnen geschehen ist. Dann wird der Tisch abgeräumt und die Spiele kommen raus. Gestern haben wir uns für das Kartenspiel SKIPBO entschieden.
Die erste Runde ist schnell vorbei: Marie hat ihre 15 verdeckten Karten ausgespielt, bevor wir anderen überhaupt 3 Karten losgeworden sind. Glück gehabt. Bei der nächsten Runde ist Marie wieder die Gewinnerin. Bei der 3 Rund auch.
Sie freut sich und wir anderen zweifeln an unserer Fähigkeit, die Karten gut genug gemischt zu haben.

Aber wer an diesen Abenden wie oft gewinnt, spielt keine Rolle. Es geht um die gemeinsam verbrachte Zeit, die Freude an Essen und Spiel.
Und um die Gespräche: „Wie geht es dir nach dem Tod deiner Mutter? Brauchst du Hilfe oder Unterstützung?“
Gemeinsam Essen und zusammen verbrachte, geteilte Zeit. Das war mir immer wichtig und hilfreich.

Schon als Kind haben wir in unserer Familie nach dem Sonntagsessen zusammen gespielt: In dieser Spielstunde durfte sich jeder ein Spiel aussuchen.

Mit meinen eigenen Kindern ist das Spielen im Laufe der Jahre weniger geworden. Aber immer im Urlaub oder bei Familienwochenenden werden abends die Spiele rausgeholt. Es gefällt auch allen gut. Aber im Alltag fehlt die Zeit.

Um so schöner sind die Spieleabende mit den Freundinnen.

Wie war das zur Zeit von Jesus? Es wird in der Bibel oft vom gemeinsamen Essen berichtet. Jesus hat mit seinen Freunden zusammen gegessen.

Damals wie heute verbindet das gemeinsame Essen: Bei Familienfeiern, Treffen mit Freunden oder auch als Abendmahl in der Kirche.

Und wenn man danach mal nicht weiß, über was man sich unterhalten soll: ein Spiel funktioniert immer. Es fördert die Gemeinschaft und verbindet die Generationen. Vielleicht ach bei Ihnen und an diesem Wochenende.

Autorin: Reinhild Neißkenwirth genannt Schroeder

... in Lippe

Haste da noch Töne?

Der Predigttext des Sonntags „Kantate“ aus 2 Chronik 5 kommt in der regulären katholischen Leseordnung gar nicht vor; allenfalls als Wahlmöglichkeit beim Gedenken an eine Kirchweihe.
Schade eigentlich. Denn da geht einem doch das Herz auf, wenn so mit Pauken und Trompeten buchstäblich… ja, was genau? Salopp gesagt: große Töne gespuckt werden!
Da wird die heile Welt beschworen: Friede, Sicherheit, Gott greifbar im Tempel, der Kult vom feinsten… Früher war alles besser? Schon klar. Natürlich, der Ton ist rauer geworden seither, davon können wir alle ein Lied singen. Für viele scheint es gar zum guten Ton zu gehören, bei jeder Gelegenheit auf die Kirche(n) zu schimpfen. Und Grund genug dazu gibt es, keine Frage. Will man diesem Tenor aber irgendwie begegnen, ist es gar nicht so einfach, den richtigen Ton zu treffen: zu viele Miss-stände, Miss-klänge schwingen mit.
Wir werden nicht mehr den Ton angeben, so viel ist klar; jedenfalls bis auf weiteres nicht. Und das ist gut so. Denn es sollte uns, die wir uns Christen nennen, um die leiseren Töne gehen: Die nicht Anderen unsere Gewissheiten um die Ohren schlagen. In denen noch etwas zu ahnen ist von der „Stimme verschwebenden Schweigens“, wie Martin Buber die Gottesgegenwart einmal so unnachahmlich formuliert hat.
Wie gut täte es, wenn wir davon ein Lied singen könnten: von einem Gott, der Zerbrochenes heil macht, Geknicktes aufrichtet, und diese unsere Welt, so verwundet sie ist, dennoch liebend in Händen hält!

Autorin: Hildegard Schneider