Mit leichtem Gepäck
Die Urlaubs- und Sommerferienzeit neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu.
Die mit viel Vorfreude gepackten Koffer sind wieder ausgepackt und die alltäglichen To-Dos, Arbeit und Schule klopfen bereits an die Tür.
Ganz schnell stecken wir wieder in dem Trott, aus dem wir durch den Urlaub flüchten wollten. Es fühlt sich an wie ein Hamsterrad, das sich wieder von vorne zu drehen beginnt und die Erholung ist wie weggeblasen, bis der nächste Urlaub ansteht. „Der Alltag hat mich wieder“ oder „Mein Stresslevel ist wieder genauso hoch wie vorher“ oder „Es ist, als wäre ich nie weg gewesen“ sind häufige Antworten des Umfelds, wenn man fragt, wie der Urlaub war und ob sie gut zurückgekommen sind.
Warum fällt es uns so schwer, mit „leichtem Gepäck“ zurück in den Alltag zu kehren und die Erholung des Urlaubs mitzunehmen? Sorgen und Probleme verschwinden schließlich nicht einfach, wenn wir in den Urlaub fahren. Wir nehmen sie still und leise mit, aber die Auszeit scheint ein Ventil zu sein, alles einmal gut sein und Sorgen und Probleme hinter sich zu lassen.
Was, wenn wir das „schwere Gepäck“ des Alltags auch ohne Urlaub mal abgeben könnten?
Genau hier kommt Gott ins Spiel. In 1. Petrus 5,7 steht „All’ eure Sorgen werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“
Gott kann uns helfen, ein Ventil für den Alltagsstress, Sorgen und Probleme zu finden, ohne dass wir dafür jedes Mal in den Urlaub fahren müssen. Wir können den Vers als Ermutigung verstehen, denn es ist ein Zuspruch Gottes, dass wir nicht alles allein tragen müssen. Wir dürfen unsere Lasten bei Gott ablegen, ihm davon erzählen und uns sicher sein, dass er für uns sorgt. Vielleicht können wir es als eine Art „Urlaub bei Gott“ verstehen, wenn wir uns im Alltag bewusst Zeit für ihn nehmen, beten, zur Ruhe kommen und ihm anvertrauen, was uns belastet. Das bedeutet nicht, dass dann ganz plötzlich alle Probleme verschwinden, aber es heißt, dass wir Sorgen und Probleme nicht allein tragen müssen und mitten im Alltag mal innehalten und Pause machen dürfen.
Und es bedeutet auch nicht, dass sich To-Dos und Termine auf einmal in Luft auflösen, aber wir dürfen Kraft tanken.
Vielleicht müssen wir also gar nicht auf den nächsten Urlaub warten, um das „schwere Gepäck“ abzugeben, sondern dürfen es mitten im Alltag immer mal wieder bei Gott abstellen, wenn alles zu viel wird, denn er sorgt für uns.
Autorin: Hanna Hartmann